Das dritte Album der Hamburger Band Tonbandgerät „Zwischen all dem Lärm“ erzählt von Graustufen, dem Mut weiterzumachen, Veränderungen zu meistern, der Generation Tinder und davon, der Letzte der Nacht zu sein – voll die TANTE BABO-Themen. Die Texte stammen erstmals nicht nur aus Sophias Feder, sondern auch von Sänger Ole. Schlagzeuger Jakob und Bassistin Isa vervollständigen die Band. TANTE BABO hat sich ein paar Zitate aus den neuen Songs herausgepickt und über genau diese Dinge mit Sänger Ole gesprochen.

TONBANDGERÄT_Zwischen-all-dem-Lärm Bild: Dennis Dirksen

TANTE BABO: Ihr sagt in eurem Song „Da ist soviel was sich ändert und am Ende ändert's mich.“ Ole, hast du ein Beispiel hierfür?

  • Ole: Uns gibt's jetzt seit elf Jahren. Die ersten acht Jahre – bis zum zweiten Album – ging's immer weiter bergauf. Wie so 'ne Rolltreppe, es ging die ganze Zeit nach oben. Es hat Spaß gemacht, es war toll und es kamen immer mehr Leute zu den Konzerten. Wir waren im positiven Sinne naiv. Nichts konnte uns erschüttern. Aber zur dritten Platte gab's dann den ersten richtigen Dämpfer, als die Produktionsfirma gesagt hat, die Songs, die ihr abgegeben habt, finden wir gar nicht gut, schreibt doch mal 20 neue. Das ging zwei, drei Mal so. Bis wir uns von unserer Plattenfirma getrennt haben. In dieser Zeit – ca. 1 1/2 Jahre – sind viele, wichtige Songs entstanden, wo man gemerkt hat, da verändert sich etwas – auch uns verändert das. Dann haben wir sehr schnell mit SONY 'ne neue, sehr gute Plattenfirma gefunden. Aber man hat schon gemerkt, dass wir davor auch mal gegen 'ne Wand gelaufen sind. Und es ist auf jeden Fall ein Zitat, das aus dieser Zeit kommt.

Tipps, um den Mut für Veränderungen aufzubringen oder „Tschüss Karriereleiter/ich nehme die Graustufen“ zu sagen?

  • Du wirst immer sehr schnell belohnt, wenn du dich das wirklich mal traust. Man merkt sehr schnell, ob Sachen funktionieren oder nicht funktionieren – auch für einen selber. Auch, wenn's nach außen hin noch nicht so erfolgreich wirkt oder man noch nicht das große Geld verdient bzw. soziale Anerkennung bekommt, merkt man doch sehr schnell, was sich für sich selbst gut anfühlt. Und das tut einem auf lange Sicht gut. Das Zitat entstand bei uns in einer Phase des Stillstands, wo wir einfach nichts machen konnten und das war schlimm. Wir haben weiter gearbeitet und wurden belohnt.

Euer Song "Der Letzte der Nacht" – Wer ist der Letzte der Nacht?

  • Die Idee dazu kam mir auf Hamburgs Straßen. Wenn man bis drei, vier Uhr oder noch länger in einer Bar ist. Einen guten Abend in guter Gesellschaft verbringt und dann alleine nach Hause geht. Das habe ich früher immer gemacht. Wenn ich feiern war, bin ich immer zu Fuß nach Hause gegangen, auch wenn's 'ne Stunde gedauert hat und ich fand’s immer toll. 'Ne melancholische Stimmung, wenn man in einer Stadt plötzlich alleine auf der Straße ist. Dann fängt man an zu reflektieren. Und hat ganz andere, spezielle Gedanken. Das macht was mit einem, wenn man plötzlich alleine ist. 

Generation Tinder?

  • Der Song "Mein Herz ist ein Tourist" sagt alles. Wir haben gemerkt, dass sich auch in unserem Freundeskreis was verändert hat. Das Tinder was mit einem macht. Natürlich macht es Spaß, immer weiter zu swipen und zu gucken, wer ist da alles für mich. Aber es fällt dadurch Leuten auch immer schwerer, sich auf Sachen einzulassen. Weil sie das Gefühl haben, die nächste große Liebe oder das nächste große Ding ist nur einen Swipe entfernt. Das macht es einem schwer, sich auf Sachen einzulassen, wenn man das Gefühl hat, es kann immer noch was Besseres kommen. Deswegen reden wir über dieses Gefühl: „Für den Moment ist es cool, aber es könnte ja noch was Besseres kommen.“

Und Wie würdest du die Generation Instagram beschreiben?

  • Da sind wir natürlich auch voll dabei und es macht Spaß. Aber gleichzeitig merke ich, was es mit einem selber macht, weil da natürlich hauptsächlich die schöne, heile Welt gezeigt wird. Das sollte man also alles mit Abstand und reflektiert betrachten. Sonst kann es auch etwas Falsches mit einem machen.

Was ist das Verrückteste, das du bisher erlebt hast?

Ich finde es verrückt, wenn man so ganz aufmerksame Fan-Geschenke bekommt. Wir hatten mal jemanden, der hat uns ein echtes Tonbandgerät mit unserem ersten Album drauf geschenkt. Das war echt krass. Oder wenn die Leute ganz genau wissen, was wir gut finden und uns damit Geschenke machen. Das ist echt verrückt im positiven Sinne.

TONBANDGERÄT_Zwischen-all-dem-Lärm Bild: Dennis Dirksen

Woher nehmt ihr die Inspiration für eure Songs?

  • Vom echten Leben. Themen, die in unserem Band-Kosmos rumfliegen. Geschichten, die einen persönlich betreffen, wie bei „Deine kleine Schwester“ oder mein „Herz ist ein Tourist“, wo’s um Leute aus unserem Umfeld geht.

Kooperation mit Jan Windmeier von Turbostaat – Wie kam’s dazu?

  • Wir sind alle seit dem wir so 15, 16 Jahre alt sind riesige Turbostaat-Fans. Dann war dieser Song da und wir dachten, das würde so gut passen aber wir hatten gar keinen Kontakt dahin. Dann hat unser Produzent gesagt, „Ja aber Leute, ich hab die letzte Turbostaat-Platte gemacht, ich ruf‘ den einfach an.“ Und dann hat Jan den Song gehört und gesagt, findet er toll und war dabei.

Worauf freust du dich bei Konzerten am meisten?

  • Das Schönste ist nach einem neuen Album, wie die Leute die ganzen Songs auswendig gelernt haben. Das ist so ein tolles Gefühl. Es ist eine große Belohnung, auf Tour zu gehen. Man steht jeden Abend auf der Bühne und sieht, was es den Leuten für eine Freude macht und was es ihnen bedeutet und wie es sie bewegt.

Große oder kleine Bühne?

  • Ganz unterschiedlich. Klar ist es im Sommer toll auf Festivals vor 20.000 Leuten zu stehen – man erfüllt sich immer noch Jungendträume. Aber auf der anderen Seite ist es unglaublich schön, wenn wir im Herbst auf Tour gehen und da sind Leute, die sich extra nur für uns ‘ne Karte gekauft haben. Und dann alle Songs von vorne bis hinten mitsingen können.

Wenn ihr so viel aufeinander hockt, geht ihr euch dann auch manchmal auf die Nerven? 

  • Ja klar! Wir sind in diesem 11 Jahren echt gute Kumpels geworden. Aber gleichzeitig ist das wie bei allen Freunden, man geht sich auch mal auf die Nerven, vor allem, wenn man zusammen arbeitet. Und wenn man zusammen Musik macht. Das ist ja auch was Persönliches. Das ist ja aber auch ganz normal. In den Jahren haben wir ‘ne sehr gute Diskussionskultur entwickelt.  

Was bedeutet Heimat für dich?

  • Heimat hat ‘ne große Bedeutung. Wir sind als Band sehr viel unterwegs. Immer wenn man sehr viel unterwegs ist, merkt man, was einem an Zuhause fehlt. Das sind nicht nur die Stadt oder Kultur, sondern Leute und Beziehungen. Also Heimat ist für mich meine Familie, meine Freundin, meine Freunde.

Zum Abschluss: Kennt ihr Bremerhaven oder Cuxhaven?

Wir haben schon beim Deichbrand und Hurricane gespielt. Und auf der kommenden Tour spielen wir in Bremen. Wir sind viel in Deutschland unterwegs. Man sagt den Nordlichtern nach, dass sie lange brauchen, bis sie auftauen, aber auf den Konzerten ist das überhaupt nicht so. Es macht mega Spaß im Norden unterwegs zu sein.

TANTE BABO SCHENKT EUCH 2 X 1 ALBUM VON TONBANDGERÄT

Bis zum 31.10. unsere FB-Seite TANTE BABO plus Gewinnspiel-Beitrag liken und die Chance auf 2 x 1 Album von Tonbandgerät bekommen.

Teilnahmebedingungen

Eventtipp

FR, 19.10. TONBANDGERÄT RECORD NIE PAUSE-TOUR

20 Uhr | Schlachthof | Finndorffstr. 51 | Bremen

tonbandgerät_gewinnspielweb

Das könnte dich auch interessieren:

Sven Bensmann Komiker NightWash
Szene Bremerhaven

Comedy. Musik. Liebe - 13. Komische Nacht in BHV

„Auf der Bühne verbinde ich Comedy und Musik. Das eine kann ich richtig gut, das andere mache ich verdammt gerne“, sagt Sven Bensmann, 25 Jahre, aus der Nähe von Osnabrück.

TANTEBABO_RocknachtII-8
Szene Cuxhaven

Fotos von der Cuxhavener Rocknacht II

Cuxhaven? Ihr rockt! Was für eine Nacht: Die Cuxhavener Coverband "Lost Anchor" hat den Rockfans der ausverkauften Cuxhavener Rocknacht II direkt von Anfang an ordentlich eingeheizt. Los ging‘s und die Tanzfläche war voll.

Logo facebook Instagram Suche Feuer eye eye-slash clock-o binoculars home exclamation fire

akzeptieren Um unsere Website für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und Ihren Möglichkeiten Ihre Privacy-Einstellungen anzupassen, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.