Nie hat man mehr über Yoga gehört als heute. Yoga ist modern und hip – es ist Mainstream. Überall liest und hört man von Menschen, die zum Yoga gehen und strahlend wieder herauskommen. Was wird beim Yoga wirklich gemacht und wieso sind alle so begeistert davon? Und muss ich dafür so beweglich sein wie ein Schlangenmensch? TANTE BABO kennt eine, die ganz genau Bescheid weiß ­– Mira! 

Mira Dejdar von Mira Yoga

TANTE BABO: Was ist Yoga?

Mira: Yoga gibt es schon tausende Jahre. Es ist ein altes Übungssystem, was deinen Körper in Harmonie bringen will. Genauer gesagt, dein Körper und Geist können hier so wunderbar in Einklang gebracht werden, dass du aus dem Yogaunterricht schwebst, lächelnd. Verschiedene Körperübungen, Atemübungen, Entspannung und Meditationen sind wichtige Bestandteile des Yoga. Yoga ist Einheit. Eine Zusammenführung von Körper und Geist auf einem manchmal steinigen Weg in Klarheit und Frieden. Das kann im Fitnessstudio sein oder im Schweigekloster. Ursprünglich galt Yoga als ein rein spiritueller Weg. Die Übungen hatten nur die Funktion, den Körper und die Wirbelsäule so zu mobilisieren, dass der Übende möglichst lange und ohne körperliche Beschwerden im Meditationssitz verharren konnte.

Welcher Yoga Stil ist der Richtige?

Es gibt viele verschiedene Yogarichtungen und wahrscheinlich müsstest du dich tatsächlich etwas ausprobieren, bis du deinen Favorite gefunden hast. Es sei denn, du landest gleich in einer Stunde, die dich völlig vom Hocker haut.  Zuerst solltest du deine Wünsche und Vorlieben berücksichtigen. Suchst du eher nach Ruhe, Ausgleich und Meditation oder viel Bewegung, Dynamik oder auch Gesang. Dann solltest du als Anfänger auch einen Anfängerkurs belegen, um die Übungen kennenzulernen und um nach und nach zu lernen, das Chaos im Kopf loszulassen, das ist nämlich gar nicht so einfach.

Yoga Marian Dejdar

Hier ein Einblick in eine Auswahl verschiedener Yoga Arten:

Hatha-Yoga:

  • Hatha-Yoga stellt den Überbegriff für die körperbezogenen Formen des Yoga dar. Der Begriff „Hatha“ heißt dabei nichts weiter als Kraft, Ausdauer und Energie. Dieser Yoga-Stil wird im Westen am häufigsten geübt. Die einzelnen Übungen des Hatha-Yoga eignen sich gut, um Verspannungen zu lösen, Kraft aufzubauen, Beweglichkeit der Muskeln zu stärken und die Konzentration zu schulen. Es wird ein Gleichgewicht zwischen Körper und Geist angestrebt, besonders durch körperliche Übungen (Asanas), Atemübungen (Pranayama) und Meditation. Aus den Lehren des Hatha-Yoga haben sich folgenden Stile, Traditionen und Schulen entwickelt: 

Yin-Yoga:

  • Yin-Yoga ist ein sehr sanfter, meditativer und langsamer Yoga-Stil mit einer starken Wirkung in der Tiefe. Die Übungen (Asanas) im Yin Yoga werden meistens im Sitzen und Liegen, passiv und ohne Kraft über einen längeren Zeitraum gehalten. Dadurch sollen die tieferen Schichten im Körper angesprochen und beansprucht werden. Ganz besonders die Faszien, die in allen Bindegewebsstrukturen zu finden sind und die Bänder, Sehnen, Muskeln und Gelenke sowie Knochen umhüllen. Durch das lange Halten der Übungen werden die Meridiane (Energiekanälchen im Körper) gereinigt, Blockaden können gelöst und das Bindegewebe gedehnt werden. Die Lebensenergie. die durch deinen Körper fließt, kann so harmonisiert werden, welches besonders für die Grunderhaltung von Körper, Geist und Seele wichtig ist. 

Vinyasa-Flow-Yoga:

  • Beim Vinyasa-Yoga handelt es sich um einen dynamischen, fließenden Yoga-Stil, der mit dem Atem (Prana) in Verbindung steht. Die Dynamik wird durch den Atemfluss erschaffen. Verschiedene Asanas werden in einer fließenden Bewegung zusammengesetzt. Durch diese festgelegten Abfolgen und die Synchronisierung mit dem Atem entsteht eine Flow-Wirkung. Der Schwerpunkt beim Vinyasa-Yoga ist es, den Wechsel zwischen den Übungen möglichst fließend herzustellen. Die einzelnen Stellungen hältst du nur kurz oder werden von bestimmten Atemzügen bestimmt. Vinyasa-Yoga ist Meditation in der Bewegung – im Hier und Jetzt.

Kundalini-Yoga:

  • Kundalini-Yoga ist das Yoga des Bewusstseins und legt den Schwerpunkt darauf, die Intuition zu entwickeln und das Energiefeld zu stärken. Es geht darum, das schöpferische Potenzial eines Menschen zu aktivieren, es verhilft ihm dazu, feste Wertvorstellungen zu haben, wahrhaftig zu sein und sich auf Mitgefühl und Bewusstheit zu konzentrieren. Außerdem wird mit speziellen Übungsreihen versucht, die Energie am unteren Ende der Wirbelsäule (Kundalini) anzuregen und zu verstärken. Dies wird durch intensive Atemübungen, Körperhaltungen, reinigende Übungen (Kriya), Meditation und das Singen von Mantren erreicht. Typisch sind die dynamische Ausführung und die vergleichsweise einfachen Grundhaltungen der Übungen.

Yoga-Nidra:

„Nidra“ bedeutet übersetzt so viel wie Schlaf. Daher wird Yoga-Nidra auch als der schlaflose Schlaf der Yogis bezeichnet und beinhaltet viele Tiefenentspannungsübungen. Mit dieser Technik sollen tiefere Bewusstseinsschichten erreicht werden. Es ist ein Zustand zwischen Wachen und Schlafen, indem die Wahrnehmung von Körper, Gefühlen und Gedanken trainiert und die Haltung wohlwollender Offenheit sich selbst und dem Leben gegenüber gefördert werden. Diesem Yoga-Stil wird nachgesagt, psychosomatische Krankheiten heilen zu können.

Yoga Studio Mira Yoga

Yoga als Ausgleich zum Sport oder zum Alltag

Ich höre sehr oft von Menschen: "Für Yoga bin ich nicht beweglich genug". Dann entgegne ich meistens: "Ja, aber wenn du duschen willst, dann fragst du dich ja auch nicht, ob du verschwitzt genug bist." Ich möchte wirklich mit dem Mythos aufräumen, man bräuchte für Yoga Beweglichkeit. Das ist zwar eines der Ziele, die du mit Yoga erreichst, aber nicht das Hauptziel und schon gar keine Voraussetzung. Du musst auch nicht ruhig oder entspannt für Yoga sein, denn durch Yoga kommst du ja erst dorthin, dich so zu fühlen. Wenn du anfängst Yoga zu praktizieren, dann wirst du bald diese Stunde als dein Wochenhighlight ansehen, weil es so viel mehr kann. Du kommst mit deiner inneren Stimme in Kontakt, lernst wieder, mehr deinen Körper wahrzunehmen, wo er verspannt oder auch locker und entspannt ist. Du lernst, diesen Zirkus im Kopf zu sortieren und loszulassen.

Du bist dann wie ein Dompteur deiner Gedanken.

Loslassen ist in meinen Stunden oft Thema, weil wir im Leben vielfach damit konfrontiert sind. Die Eltern und Kinder in jeder Entwicklungsstufe loslassen, Geliebte Menschen loslassen. Tiere. Beziehungen. Arbeitsstellen. Gewohnheiten. Altes. Es begegnet uns überall. Wie wir damit umgehen und wie es uns damit geht, wird entscheiden, wie wir darüber denken. Im Yoga lernst du eine neue Haltung einzunehmen. Eine Haltung, die dich stärkt und durchs Leben trägt. Nicht, dass du verdrängst, nein, du lernst anzunehmen und dann loszulassen. In Frieden. Für mich ist Yoga definitiv nicht nur als ein Sport eingestuft. Aber auch hier mag es sein, dass andere Lehrer anders denken und das ist auch gut so. So bleibt uns die Vielfältigkeit erhalten und jeder findet dadurch etwas in dem breiten Angebot.Yoga ist für mich der Ausgleich zu allem des weltlichen Lebens. Falls deine Neugier geweckt ist, Vorurteile aus dem Weg geräumt sind und du jetzt Bock hast, dann ab auf die Matte, let´s do Yoga! 

Check mal Insta: @miradejdar oder yoga-mira.de

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