Mittwochnachmittag, Hapag-Hallen Cuxhaven. Da trifft TANTE BABO Daniel Schneider, einen der beiden Deichbrand-Gründer, zum Szene-Talk. Graues Polo, Jeans, braune Haare, Bart, dunkle Augen - voll cool, den Menschen hinter Deichbrand kennenzulernen. Mittlerweile gehört eine Riesen-Crowd dazu, aber ohne den Cuxhavener hätte es dieses Mega-Event vielleicht nie gegeben?! Auf DAS Festival im Norden ist er zurecht stolz, aber vorherrschende Gefühle sind Freude, Glück und Dankbarkeit. Das, so der 41-Jährige, ist keine PR-mäßige Antwort. Sein Blick dabei ist offen und klar, er wirkt lässig, nahbar, nicht abgehoben. Es wird deutlich: Er ist nicht nur Idealist, sondern auch Geschäftsmann, dem viel im Kopf umherschwirrt.

Colleen und Deichbrand-Gründer Daniel Schneider im Interview

TANTE BABO: Was ist dein Job für's Deichbrand-Festival?

  • Daniel: Es ist ein ganzjähriger Job und anders als ich es mir früher vorgestellt habe, ein krasser Bürojob. E-Mails, Telefon, das Booking der Bands. Manchmal würde ich gerne mehr draußen sein und auch mehr mit echten Menschen zu tun haben, was ja auch ne Motivation für die Berufswahl war. Also, ich buche Bands und mach Marketing und das ist halt auch echt Arbeit. Aber ein spannendes Thema und regelmäßig kickt das auch echt.

Wie sieht es während des Festivals aus? Feierst du mit?

  • Im Vergleich zum Großteil des Teams habe ich die meiste Arbeit vorher und nachher. Nach Deichbrand ist vor Deichbrand. Mein Job ist aber tatsächlich so gut wie gemacht, wenn das Festival startet. Außerdem haben wir ein großes Team, sodass alles gut verteilt ist. Und feiern/mitfeiern deshalb nicht, weil wir gar nicht so gelassen sind. Also: Wir sind die ganze Zeit angespannt und das so lange, bis die Veranstaltung vorbei ist. Ich kann in dem Sinne nicht mitfeiern, aber es gibt natürlich auch viele schöne und gute Momente. Mein persönliches Highlight 2018 war, als am Sonntag, wo alles relativ entspannt war, mein Sohn zu Besuch kam – mit seinen sieben Cousins und Cousinen und er ist der Kleinste. Er ist aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen und hat sich mega gefreut. Wir haben dann zusammen Bosse von der Vip-Tribüne geguckt. Schön weit abseits, aber auch irgendwie mittendrin.

Staubwolken oder Schlammschlacht?

  • Das Wetter war ein weiteres absolutes Highlight. Da nehme ich auch die Nebenerscheinung dieses perfekten Wetters hin und schlucke Staub. Dieses Jahr konnte ich mit dem Mountain-Bike viel übers Festival fahren, anstatt mit dem Roller. Bei Sonnenschein herrlich: Ums Outfield fahren, sich alles anschauen, wie schön alles war und wie einwandfrei die Logistik funktioniert hat - beeindruckend...

Was hat der Erfolg noch so mit sich gebracht?

  • Mittlerweile sind schon zwei Firmen aus Deichbrand entstanden. Ein Veranstaltungs- (ESK Events & Promotion GmbH) und ein Eventlogistik-Unternehmen (HKES Eventlogistik GmbH). Die Mach-Art des Deichbrand-Festivals etabliert sich dadurch auch national. Unsere Mitgründer sind teilweise auch schon Produktionsleiter beim Rock am Ring, beim Hurricane oder so. Und das alles über Leidenschaft, richtig cool.

Wieso Alligatoah als Headliner?

Damals war das Palastzelt wegen Überfüllung geschlossen, dann hatte er Open Air direkt eine hohe Position. Die Zeltshow, die für dieses Jahr geplant war, um die Geschichte zu wiederholen, kam beim Publikum gar nicht an, weshalb die Show dann als Earlyshow am Sonntag stattfand. Aber jetzt können wir schon sagen, er ist soweit mit einem neuen Album, Riesenerfolg und als gebürtiger Langener, nächstes Jahr wird er Headliner! Ich bin mir gerade auch gar nicht so sicher, ob ich das erzählen darf, aber ich bring’ das einfach.“

Rapper Alligatoah beim Deichbrand-Festival in Nordholz Bild: Deichbrand/Jessika Wollstein

Wie läuft das mit den Künstlern?

  • Booker, Tour Management, Agenten - mit den arbeitet man zusammen. Es gibt auch richtige Bookingagenturen, mit den man im ständigen Austausch steht. Das ist alles durchgetaktet. Durch die massive Konkurrenz ist da auch echt Druck hinter. Die Gagen sind auch stark angestiegen. Das Programmbudget hat sich von 2005 auf 2016 um 70% gesteigert. Mittlerweile sind wir bei über 3 Millionen Euro für Gagen der Bands und DJs – Tendenz steigend. Die teuersten Acts sind aber auch ihr Geld wert. Die wissen was sie wert sind und sind etabliert. Da ist es eher die Schwierigkeit überhaupt ran zu kommen und solche Bands, wie die Toten Hosen, zu präsentieren. Je teurer die Acts, desto sicherer die Investitionen. Kritischer sind so 10.000 € Bands, weil die vielleicht noch nicht so fundiert sind. Aber das gibt’s so und so. Es gibt auch Bands für 10.000 €, die das doppelte Wert sind, weil sie einfach so schnell in der Relevanz steigen. Aber bei der Größe des Festivals brauchen wir einige große Acts. 

The Killers waren da – waren die nett?

  • Die haben sich bis zum Auftritt zurückgezogen. Aber sowohl bei den Killers, als auch bei den Hosen – als spannendste Bands, hat alles super geklappt. Das Team hat mega performed.

Stichwort ALDI!?

Ja, ne riesige Herausforderung – vor allem logistisch, ein Riesen-Projekt, aber auch ein Riesen-Erfolg! Die Besucher haben den Service abgefeiert. Es war ein großer Qualitätsschritt. Finanziell auch enorm wichtig. Auf Anhieb wurde ALDI Hauptsponsor und ohne Sponsoren würde das so erfolgreiche Festival keine schwarzen Zahlen schreiben, es wäre überhaupt nicht möglich und denkbar ohne Sponsoring. ALDI war ein Segen und ein Ritterschlag für uns, weil die noch nie Image-Werbung für junge Leute gemacht haben und dann kommen die mit so einem Superlativ aufs Gelände, das auch wir total staunen. Sensationell gut und auch für den Partner ALDI super erfolgreich!

#BABOfact

Im Laufe der Jahre gab’s übrigens nur drei, vier Beschwerden, dass Deichbrand doch überhaupt nicht am Deich stattfindet und witziger Weise waren das auch noch Cuxhavener. In den Anfängen wurde Deichbrand übrigens direkt am Deich in Altenbruch veranstaltet. Jetzt ist es perfekt gelegen. Für die Cuxhavener genauso nah wie für die Bremerhavener.

Im Heft gibt's übrigens weitere spannende Fragen & Antworten. Zum Beispiel haben wir gefragt, wie es sich anfühlt einer der Deichbrand-Gründer zu sein, welche Bands Daniel gerne nochmal als Headliner hätte und mehr.

Also, besorgt's euch!

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