„Auf der Bühne verbinde ich Comedy und Musik. Das eine kann ich richtig gut, das andere mache ich verdammt gerne“, sagt Sven Bensmann, 25 Jahre, aus der Nähe von Osnabrück. Und er ist dabei! Bei der 13. Komischen Nacht hier in Bremerhaven, am 24. Oktober. Deshalb hat TANTE BABO sich ihn mal zur Seite genommen und ein bisschen ausgequetscht. Sven, ein stattlicher Mann mit Brille, strahlenden Augen und einem gut ausgeprägten Bartwuchs – sympathisch. Andere in seinem Alter beenden gerade ihr Studium oder planen den beruflichen Aufstieg. Svens Lehramt-Studium pausiert zu Gunsten seiner Komiker-Karriere. Seine Lieblingsthemen auf der Bühne: Dicke, das Dorfleben – seine Sicht auf diese Welt mit improvisierten Überraschungen.

Sven Bensmann Komiker Bild: Torsten Weller

TANTE BABO: Du gehst nicht den geraden Weg. Woher nimmst du den Mut, dass zu machen, worauf du Lust hast?

  • Sven: Interessante Frage. Ich habe Abi gemacht, in der Nähe von Osnabrück, dann ein FSJ. Danach habe ich angefangen, Geschichte und Englisch auf Lehramt zu studieren. Ich hatte immer ‘ne Affinität zur Bühne und dazu, Menschen zu begeistern. Mit 14 hatte ich in einer Schülerband die ersten Auftritte. Bei dieser Art von Musik ging es eher um ernstere Texte. Bei dem Songwriting kam aber auch so ein gedanklicher Dünnpfiff raus, dass ich dachte, da kann man was draus machen. Ich habe es in ein Programm eingebettet und einfach gemacht. Auf der Bühne wurde ich immer routinierter und habe angefangen zu verstehen, was ich da mache. Das hat dann NightWash mitbekommen und der Quatsch Comedy Club. Ich bin da so reingerutscht.

Und die Uni?

Das mit der Uni wurde dann immer weniger. Nachm dritten Mal Fehlen haste die Anwesenheit eh verkackt. Dann brauchst auch nicht mehr hin. Geschichte habe ich aber fertig studiert. Ich mache jetzt das, worauf ich Bock habe und studieren kann ich immer noch und Englisch fertig machen. Die Praktika in der Schule haben mir auch echt Spaß gemacht, aber das an der Uni ist echt praxisfern. Mir fehlt die Zeit und es ist auch einfach viel zu schön. Ich kann nicht sagen, ich bin in zwei Jahren wieder da, haltet mir alles warm. Meine Eltern sind übrigens auch Lehrer und waren nicht so begeistert, aber ich bin fest überzeugt, mein Studium irgendwann zu beenden. Trotzdem! Auch Comedy ist ein echter Job und ich konnte meine Eltern überzeugen.

Sven Bensmann Komiker Bild: Andre Havergo

Woher nimmst du die Ideen für deine Themen auf der Bühne?

  • Ich nutze mich oft selbst als Objekt des Witzes. Ich nehme mich selber gar nicht so ernst. Dann kann man auch mal auf die Leute im Publikum eingehen. Ich finde die Ideen im Alltag. Ich laufe mit offenen Augen und querdenkend durch die Welt, auf einmal macht’s klick und ich denke, dass ist ‘ne coole Idee. Dann hinsetzen, nachdenken und aufschreiben.

Bist du aufgeregt vor deinen Auftritten?

  • Das ist ein zweischneidiges Schwert. Man muss was Sadistisches in sich haben. Zumindest am Anfang. Da fällst du immer wieder auf die Schnauze. Die Leute erwarten was zu Lachen bei Comedy-Stücken. Wenn dann niemand lacht, ist das nicht schön.

Wie gehst du dann damit um?

  • Einfach weiter machen. Drüber nachdenken, was kann man ändern oder besser machen. Das ist so ein bisschen Selbstoptimierung. Du musst sympathisch wirken. Vor Auftritten bin ich positiv aufgeregt. Texte hat man schon ewig und 3000 Mal gespielt. Dann steh ich vor dem Vorhang und denke, ich kann nichts. Irgendwann hat man genug Selbstvertrauen und hat nur noch Bock. Wenn’s dann mal schlecht läuft, weiß ich, nächstes Mal wird‘s besser.

Warst du der Klassenclown?

  • Nicht der klassische. Ich denke aber, dass meine ehemaligen Lehrer mich so bezeichnen würden. Aber sie mochten mich trotzdem. Meine Kumpels und ich haben verrückte Witze gemacht. Und die Lehrer haben das nicht so streng gesehen und sogar drüber gelacht.

Was war dein größter Auftritt bisher?

Hörsaal-Comedy, organisiert von 1 Live! Wir sind durch Hörsäle getourt. Waren in 12 Städten. Das war mega! Das Team war auch cool. Da haben wir schon mal vor über 1000 Leuten gespielt. Der emotionalste war in meiner Heimat Hagen a.T.W. – da wohne ich immer noch, auch wenn’s bald wohl nach Köln geht. Dort habe ich die Vorpremiere für meine Tour gespielt. Das war sofort ausverkauft und der Zusatztermin dann auch. Da war ich ganz alleine für den Abend verantwortlich – ganz anders, als wenn man „nur“ Act oder Moderator ist. Und es hat funktioniert.

Sven Bensmann Komiker Nightwash Bild: Guido Schröder
Ich weiß gar nicht, warum die Leuten sich Karten kaufen, aber ich find‘s ganz in Ordnung. Man arbeitet darauf hin, einen Abend alleine zu füllen und dass die Leute sich nur für deine eigene Show Karten kaufen. Ein tolles Gefühl!

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