TANTE BABO hat ein Herz für Tattoos. Aber gerade, wenn man den Arbeitgeber wechselt oder nach dem Studium in das Arbeitsleben rutscht, kann das Thema manchmal echt nervig werden. Zwar ist Tinte unter der Haut mittlerweile kaum ein Problem, aber nur, wenn's gut gestochene Artworks sind. Wer davon meilenweit entfernt ist, für den mag es eine Option sein, nur noch mit langärmligen Shirts rumzulaufen. Für TANTE BABO-Crewmitglied Sarah nicht. Deshalb sagte sie sich: "Jetzt oder nie!" Und ließ ihre Salatköpfe, sprich verpatzten Rosen, covern – ein Selbsttest. Das Cover-up ist so was wie eine einjährige Zeitreise mit verschiedenen Etappen für mich. Erster bis fünfter Halt, das Lasern: Fünf Sitzungen, malträtierte Nerven, die fies protestieren, als Laserstrahlen meine Haut treffen und mein Salatköpfe-statt-Rosen-Motiv immer mehr verblasst. Es sollte so hell wie möglich werden. Denn statt einer schwarzen Fläche kann ich mir dann sogar ein Dotwork-Piece stechen lassen. Nice, oder? Schmerzen hin oder her. Paralleler Zwischenstopp: Einen würdigen Tätowierer finden, der mein Cover-up perfekt sticht.

sarah

In meinem Fall habe ich dafür die richtige Frau gefunden. Facebook sei Dank. So bekomme ich ein gutes Bild über ihre Arbeiten. Schon im Frühjahr dieses Jahres stelle ich mich der Tätowiererin vor – und gehe mit einer Terminkarte für meinen "großen Tag" wieder. "Ach das ist ja noch lange hin", überlege ich mir beim Rausgehen. Sechste Station: Tja, denkste! Ich treffe meine Tätowiererin erneut. Denn ich will auf Nummer sicher gehen und wir besprechen meinen Cover-up-Wunsch: Ich will ein buntes Tattoo mit satten Farben. Das Motiv soll ein Rabe von Rosen umrankt sein, die diesmal bitte nicht Salatköpfen ähneln sollen. Auch wenn der erste Termin zum Stechen quasi schon da ist, ist das alles immer noch ein wenig irreal. Endhaltestelle: Auf einmal stehe ich vor der Tür des Studios.



DANN WIRD MIR
SO RICHTIG KLAR, DASS ICH
NUN ENDLICH MEIN ALTES
TATTOO LOSWERDE.

Bye, Bye Salatköpfe! Und schwupps wird auch schon mein Arm desinfiziert und ab mit der Vorlage auf die Haut. Ein letzter Check im Spiegel. Dann fängt die Tätowiermaschine an zu surren. Eigentlich habe ich mich drauf vorbereitet, dass das Ganze von den Schmerzen her etwas nervig werden könnte. Aber irgendwie mucken meine Nerven in der Hautoberfläche gar nicht. Anscheinend sehen die das nach dem Lasern recht chillig. Stört mich nicht. Autsch, na gut. An den Stellen,
die sich etwas weiter Richtung Innenarm befinden, merke ich dann doch, dass meine Nerven noch was zu sagen haben. Lässt sich aber aushalten. Nachdem ich so lange gewartet habe, kommt mir das alles sowieso total unwirklich vor. Puh, drei Stunden später sind alle Außenlinien geschafft und der Rabe in der Mitte des Tattoos ist auchschon fertig. In den Tagen zwischen dem ersten und dem zweiten Cover-up-Date muss ich mich jedes Mal vorm Spiegel dran erinnern, dass das neue Motiv tatsächlich schon zu sehen ist. Und dass das alte jetzt bereits kaum noch beachtungswürdig ist. Ein krasses Gefühl. Nach zwei Wochen, in denen meine Haut etwas abheilen konnte, stehe ich wieder vor der Studiotür.



UND DREI
STUNDEN SPÄTER IST ES
ENDGÜLTIG VOLLBRACHT:
MEIN COVER-UP IST
ENDLICH FERTIG!

Auch wenn die Maschine dieses Mal eher eine einschläfernde Wirkung hatte. Als ich wieder voll da bin, von der Liege klettere und das Werk im Spiegel betrachte, kann ich nur denken: "Geil. Einfach nur cool." Das Beste an meiner Cover- up-Zeitreise: Es ist gar nicht wirklich erkennbar, dass ich vorher mal Salatköpfe hatte, die jetzt von einem Raben und Rosen überdeckt werden. Manchmal, wenn ich noch nicht meinen morgendlichen Tee oder Kaffee hatte, denke ich immer noch, dass sie da sind. Wenn mein Blick aber dann auf meinen Arm fällt, erinnere ich mich dran, dass mich jetzt mein Rabe begleitet. OHNE Salatköpfe. Dafür mit Rosen. Ich bin immer noch geflasht davon, was meine Tätowiererin geschafft hat. Ja, es war sehr aufwendig, aber es hat sich gelohnt und ist in gewisser Weise auch eine Investition in die Zukunft. Eine ohne Fragerei, Erklärungen und gerunzelte Stirnen. Und wenn doch – juckt's mich nicht mehr. Die Baustelle Tattoo ist geschlossen.

#1 BEI COVER-UPS KÖNNEN KEINE GANZ HELLEN
FARBEN VERWENDET WERDEN, DA SIE NICHT AUSREICHEND DECKEN.

#2 SEI BEREIT, KOMPROMISSE ZU MACHEN. NICHT
JEDES WUNSCHMOTIV EIGNET SICH FÜR EIN COVER.

#3 BEI FARBIGEN COVER-UPS KANN MAN
ETWAS BESSER MIT HELL-, MITTEL- UND DUNKELTÖNEN
VARIIEREN. BLACK AND GREYS KÖNNEN SCHNELL ZU DUNKEL WERDEN.

#4 LIEBER MEHRERE SITZUNGEN EINPLANEN. SO
HAT DIE HAUT ZEIT ZUM REGENERIEREN.

#5 NIMM' NICHT DEN ERSTBESTEN TÄTOWIERER!
RECHERCHIERE GENAU UND MACH EINEN VORSTELLUNGSTERMIN
AUS. KANN ER DICH ANSTÄNDIG BERATEN, HAST DU JEMANDEN
VOR DIR, DER AUCH WIRKLICH WAS KANN.

#6 HÖRE AUF DEIN BAUCHGEFÜHL. WENN DIR
IRGENDWAS KOMISCH VORKOMMT, SUCH' DIR
LIEBER EINEN ANDEREN TÄTOWIERER.

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