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Hilfe bei Depressionen 950x500 Depressionen das bildet ihr euch nicht ein
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Depressionen – das bildet ihr euch nicht ein

Heute ist Welttag der Suizidprävention! Und genau deshalb will die TANTE heute über was sehr Ernstes mit euch sprechen. Eine häufige Ursache eines Suizids sind Depressionen. Was das überhaupt bedeutet und wie sich Depressionen äußern, erfahrt ihr jetzt. Und eins schonmal vorweg: ihr bildet euch das nicht ein! 

Mehr als Floskeln notwendig 

Das Wichtigste vorweg: Depression ist eine richtige Erkrankung. Auch, wenn es für Außenstehende oft schwer ist das nachzuvollziehen. Und Phrasen wie „Reiß dich doch zusammen“ oder „Schlaf dich mal richtig aus“ helfen bei einem Herzinfarkt genauso wenig wie bei Depressionen. Jedes Jahr erkranken etwa 5,3 Millionen Menschen daran – und dass nur in Deutschland. Die müssen sich wohl kaum alle nur mal ausschlafen. 

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Depressionen – eine ernste Krankheit 

Es ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die sogar lebensbedrohlich sein kann. Denn im schlimmsten Fall führt sie zum Tode durch Suizid. Die Suizidrate ist zwar in den letzten 40 Jahren um die Hälfte gesunken, aber es sterben noch immer mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle. Heutzutage wird aber deutlich mehr über psychische Leiden gesprochen und immer mehr Menschen suchen sich professionelle Hilfe. Genau das ist total wichtig! Und deshalb erklärt euch die TANTE, wie ihr eine Depression erkennen und wie ihr euren Freunden helfen könnt.

Mehrere Ursachen für Depressionen 

Die Symptome einer Depression können total unterschiedlich sein. Und es gibt auch nicht nur die eine Ursache. Grundsätzlich unterscheidet man einerseits in seelische, also psychosoziale Aspekte und andererseits in körperliche, also neurobiologische Aspekte. Dabei ergänzen sich beide Seiten als Ursache für eine Depression. Das Gute daran: beides kann man mittlerweile gut behandeln. Die körperlichen Ursachen werden mit Medikamenten therapiert und die seelischen mit einer Psychotherapie. 

Depressionen: Vielfältige Symptome

Die erste Anlaufstelle für Betroffene sind Haus- oder Fachärzte wie Psychiater oder Psychologen. Diese diagnostizieren eine Depression, wenn zwei von drei der folgenden Symptome für mindestens zwei Wochen auftreten. 

  • Unfähigkeit, Freude zu empfinden 
  • Antriebslosigkeit 
  • Erschöpfung 

Eine Unfähigkeit Freude zu empfinden kann sogar noch gesteigert sein und der Betroffene kann überhaupt nichts empfinden – auch keine Traurigkeit. Die Menschen wirken dann oft wie eingefroren. Die Antriebslosigkeit äußert sich in Gefühlen, als würde man permanent gegen einen sehr starken Widerstand ankämpfen müssen. Man kann sich einfach zu nichts aufraffen. Sogar das morgendliche Aufstehen wird dann zum Kampf. Und die Erschöpfung ist nicht im Sinne von Schläfrigkeit zu verstehen – ganz im Gegenteil. Depressive schlafen meistens sehr schlecht. Man ist einfach total müde, weil man so erschöpft ist. Dabei ist man aber innerlich mega angespannt und kommt überhaupt nicht zur Ruhe. 

Andere Symptome einer Depression können folgende sein: 

  • Konzentrationsschwäche
  • Appetitlosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Hoffnungslosigkeit
  • Schuldgefühle 
  • Aggressionen 
  • Sozialer Rückzug 

Aber auch körperliche Symptome wie Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerzen, Herz-Kreislauf-Beschwerden können bei Depressiven auftreten. Und dabei gibt es keine körperliche Ursache. 

Was kann man tun? 

Als Angehöriger hört ihr erstmal auf zu reden und hört nur zu! Das ist ganz wichtig. Wenn die betroffene Person offen ist, ermutigt sie oder ihn sich professionelle Hilfe zu suchen. Es ist absolut keine Schande von Zeit zu Zeit Hilfe zu brauchen – ganz im Gegenteil! Nehmt eure Freunde an die Hand und unterstützt sie. Manchmal reicht schon eine einfache Umarmung aus, um sich nicht mehr ganz so schlecht zu fühlen. Aber auch eine Begleitung zum Arzt kann sehr hilfreich sein. Oder vereinbart gar einen Arzttermin für euren Angehörigen. Und auch an der Hochschule Bremerhaven gibt es Hilfe für euch und eure Angehörigen. 


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