Ein Tag im Sommer. Die Bremerhavener Band RAUM/27 kommt zu Besuch. Es klingelt und Mathis Schröder (21) kommt zur Tür rein. 2,06 Meter Körpergröße sind es – hat TANTE BABO auf Insta gestalkt. Okay Mathis, wir wollen dich natürlich nicht auf deine Größe reduzieren. Tristan Stadtler (23) – unweit hinter ihm – ist zwar nicht ganz so groß gewachsen, steht ihm aber in nichts nach: Definitiv zwei junge, charismatische Bremerhavener Kerle mit dem gewissen Etwas.

Raum27_02

Wir chillen uns fürs Interview auf die Dachterrasse. Klingt dekadent, ist es aber nicht. Wir sitzen aufm Boden und kommen ins Gespräch. Ganz Profi-like verrät das Duo nicht viel übers Privatleben – oder anders betrachtet eben doch, denn bei Mathis und Tristan dreht sich einfach alles um Musik. „Das schwirrt den ganzen Tag im Kopf umher und ist immer Thema", verrät Tristan. Schnell wird klar: Die beiden arbeiten an ihrem Traum, echte Vollzeitmusiker zu werden. Vollblutmusiker sind sie schon. Gerade jagt ein Gig den nächsten. Das ist auch der Grund, warum wir uns ein Kennenlernen nicht entgehen lassen. Also, nachgefragt!

 

TANTE BABO: Wolltet ihr schon immer Musik machen? 

  • Mathis:  Also, ich kann von mir sagen, dass ich schon immer Musik gemacht habe. So ganz klassisch, wie man es kennt, habe ich in meiner Jugend in Cover-Bands gespielt. Seitdem die Zusammenarbeit mit Tristan angefangen hat, wir gemerkt haben, das kommt ganz gut an - und dass wir anscheinend ganz gut neue Lieder schreiben können, konzentrieren wir uns natürlich darauf. Und es macht auch immer mehr Bock. 

 

Und woher kennt ihr euch? 

Tristan: Wir kennen uns aus der Schule in Geestemünde. Wir haben zusammen Abi gemacht und haben auch schon in der Zeit angefangen, zusammen Musik zu machen. 

Wir haben uns im Musikraum 27 getroffen und aus Spaß Musik gemacht.

  • Wir fanden es cool, nicht nur Cover-Musik zu machen. Dann hatten wir auch schon bald den ersten Schul-Auftritt und dann wollten wir den Leuten noch mehr zeigen, wie viel Spaß es uns macht. 

 

Also ist RAUM/27 ein Musikraum in eurer ehemaligen Schule? 

  • Tristan: Ja, genau! Es hat sich irgendwie immer alles im Raum 27 abgespielt. Wenn wir verschiedene Kurse hatten, haben wir uns bei WhatsApp geschrieben: "Ey, jo! Bist du gleich im Raum 27?" Und dann stand irgendwann die Frage an, wie wir uns nennen und dann war schnell klar: RAUM/27. Es gab schon ganz wilde Theorien – Club 27 und so. Aber das ist die einfache Story dahinter.

 

Beschreibt mal eure Musik! 

  • Tristan: Joa, Deutsch- Rock/Pop. Also, man kann jetzt anfangen, ein Genre zu nennen, aber unser Hauptding ist, dass wir ein bisschen von dem klassischen Radio-Entertainment wegwollen. Klar lassen sich da ein paar Komponenten wiederfinden. Wir wollen aber nichts festlegen. Wir wollen zum Nachdenken anregen. Die Leute sollen sich in der Musik und in den Texten wiederfinden und diese selbst interpretieren. Jeder soll sich selbst eine Meinung bilden. 

 

Was sind eure Inspirationsquellen, woher nehmt ihr eure Ideen? 

Tristan: Natürlich haben wir Inspirationsquellen, aber die sind auch sehr breit gefächert. 

Mathis: Von AnnenMayKantereit bis hin zu Rappern, Lana Del Rey und so weiter. 

Tristan:  Ich glaube, das ist auch gerade so cool, dass wir da nicht so geradlinig und nicht eingefahren sind. Und jeden Tag nur einen Musiker oder ein Genre gehört haben. Anstatt einer Show wollen wir elf Shows auf die Bühne bringen. 

  • Mathis: Ich glaube, das merkt man auch an unserer EP "Traurig aber ist so". Jedes Lied klingt anders und steht für sich. Wir wollen nicht, dass alles gleich klingt. Jeder Song hat was Eigenes und schafft neue Gefühle.  

 

Was gefällt euch so sehr daran, live auf der Bühne zu performen? 

Mathis: Auf der Bühne sind noch unsere Live-Musiker mit am Start und da sind wir mittlerweile zu fünft. Wir wollen den Raum füllen und haben eine gewisse Vorstellung, wie es klingen soll. Und das kriegt man live zu zweit nicht hin. Das direkte Feedback zu bekommen, ist auch immer gut. Ich habe es schon immer gemocht, die eigenen Lieder anderen zu zeigen, weil sie dafür am Ende auch gemacht sind. Also, je größer die Bühne, desto besser. Wenn man das Gefühl hat, dass die Messages, die man verbreiten will, auch wirklich ankommen. Wenn man einen Lacher eingeplant hat und auch wirklich gelacht wird… 

  • Tristan: Klar, macht man die Musik auch irgendwo für sich. Aber es ist ein unglaublich schönes Gefühl, wenn man das mit Menschen teilen kann und man weiß, dass man mit bestimmten Denkweisen gar nicht so allein ist. So viel zum philosophischen Part – ansonsten ist es natürlich einfach geil, auf der Bühne zu stehen und die Leute finden dich gut. 

 

Was war bisher der abgefahrenste Moment eurer Karriere? 

Mathis: Faber! 

  • Tristan:Wir waren in Bremen auf einem Konzert von Faber, den wir beide sehr, sehr cool finden. Und irgendwann kam es dann dazu, dass wir auf einmal auf der Bühne standen und unseren eigenen Song performten. Faber fragte, ob noch wer was zu sagen hat und dann habe ich mich gemeldet und gesagt: "Wir wollen unseren Song performen und direktes Feedback von dir."  Gesagt, getan und nach einer Zeit ist seine Band dann auch mit eingestiegen und wir hatten das Gefühl, wir spielen hier gerade ein eigenes Konzert. 

 

Was ist euer Traum? 

Tristan: Wir lassen das schon offen, aber als lokales, großes Ziel ist es natürlich Deichbrand. 

Wir sind schon immer da gewesen und da treten auch viele Bands auf, die uns so ein bisschen gemacht haben. Das wäre echt ein Traum.

Mathis: Ja, das ist auch so das Festival unserer Jugend, da kann man sich unglaublich mit identifizieren und das wäre mega! Wir wollen natürlich nicht nur auf großen Bühnen stehen. Wir waren auch gerade in Bremen in der Capri Bar und haben vor 40 Leuten gespielt. Aber klar wünscht man sich, eines Tages auch auf so richtig dicken Dingern wie Deichbrand zu spielen.  

  • Tristan: Wenn 40 Leute mitgehen, ist es am Ende mehr wert, als wenn 1.000 Leute nur so dastehen – wir machen es nicht von der Zuschauerzahl abhängig. 

 

Jungs, wir sind gespannt, wohin eure Reise geht. Macht weiter so und viel Erfolg dabei! TANTE BABO habt ihr auf jeden Fall schon mal als Fan gewonnen. 

 Die schönen Fotos stammen übrigens von Yvonne Bösel, Studio 23.

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